Im Artikel „Kein Anschluss – DER SPIEGEL 04 vom 21.01.2013“ findet man auf Seite 51 eine Deutschlandkarte, in der der bundeweite Breitband-Ausbaustatus farblich kenntlich gemacht wurde. In der Karte wird nur noch unterschieden zwischen Regionen, die mit „ab 50 Megabit pro Sekunde“ versorgt sind und den „gelackmeierten“ Regionen, die sich mit weniger zufrieden geben müssen.

Wenn ich das richtig sehe, ist mit dem von Eifel-Net aufgebauten Netz eine Versorgung von 50 MBit/s zumindest für einen großen Teil der Eickhorster und wahrscheinlich auch der Unterlübber Bürger möglich – eben für alle, die maximal 1000 Meter (Leitungslänge, nicht Luftlinie) vom nächsten umgerüsteten Verteiler entfernt sind. Das ist auf jeden Fall schon mal gut!

Das dürfte aber bei weitem nicht auf alle Bürger in diesen Orten zutreffen. Der Bandbreitenbedarf wird zudem zukünftig weiter steigen. Die nachhaltigste Lösung wäre der Aufbau eines eigenen Netzes durch die Gemeinde gewesen. Andere haben das vorgemacht (LINK). Warum das hier in Hille nicht möglich war, ist mir nach wie vor schleierhaft.

Meiner Meinung nach wäre es deshalb wichtig gewesen, zumindest die Umrüstung aller Kabelverteiler in Eickhorst und Unterlübbe zu erreichen. Es versteht sich dabei von selbst, dass dies nur in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, mit Eifel-Net und den Anwohnern möglich gewesen wäre.

Im Rahmen unserer Umfrage aus 2009 haben wir mit zahlreichen Anwohnern gesprochen. Die Bereitschaft, einen Eigenbeitrag für eine nachhaltige (!!) Lösung zu leisten, war nach unserer Auffassung in der Breite der Bevölkerung vorhanden. Selbst Anwohner OHNE eigenen Internetanschluss hatten uns gegenüber Ihre Unterstützungsbereitschaft signalisiert.

Man hätte versuchen können, z.B. die Kosten für die Verlegung der Leerrohre durch Eigenleistung zu reduzieren. Gerade bei einer Leitungsführung über freies Feld ist das eigentlich kein Problem. Fachpersonal und Arbeitsgerät für diese Arbeiten wären jedenfalls vorhanden gewesen.

Durch einen etwas höheren Einmalbeitrag hätte man ggf. die Technik im Schaltschrank mitfinanzieren können. Auch hier hätte ich gerne zumindest versucht, die fehlenden Mittel zu beschaffen. Auch den Betrieb der Verteiler hätte man durch entsprechende Vorverträge sicherstellen können.

Natürlich gibt es keine Garantie, dass genügend Vorverträge und Eigenmittel zusammen gekommen wären. Man hätte es meiner Meinung nach aber zumindest ernsthaft versuchen sollen. Anderswo hat das jedenfalls funktioniert. Bei einem Fehlschlag hätten die Anwohner dann selbst die Konsequenzen (sinkende Immobilienpreise, zunehmende Leerstände, verstärkte Abwanderung / Überalterung, höhere Abgaben und Steuern, steigende Pro Kopf Verschuldung, etc.) zu vertreten gehabt.

Jetzt kann man meiner Meinung nach nur hoffen, dass Eifel-Net genügend Kunden gewinnt und in absehbarer Zeit Tarife anbietet, mit denen man zumindest die vorhandene Technik voll ausnutzen kann. Eine nachhaltige Internetversorgung mit Glasfaseranschlüssen wird es hier wohl nur geben, wenn Bund und Länder einen entsprechenden Ausbau finanzieren. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind wir dann aber vermutlich wieder unter den letzten in Deutschland, die von einem solchen Programm profitieren.

Auf die in den Raum gestellte Frage, warum das Internet bei uns so langsam ist, hieß es auf der Eifel-Net Veranstaltung am 12.03.2013 übrigens: „Weil Sie ihr Haus an der falschen Stelle gebaut haben.“ Dazu kann ich leider nur sagen: Stimmt!