Die Internetversorgung in Unterlübbe und Eickhorst wird – meiner Meinung nach zu Recht – von vielen nach wie vor als unzureichend empfunden. Nicht zuletzt Aufgrund von Beschwerden verschiedener Unternehmer aus Unterlübbe kommt das Thema jetzt zurück auf die Agenda.  

Auf diesem Wege möchte ich mich ausdrücklich bei Hanna Hartmann bedanken, die hier noch einmal die Initiative ergriffen hat und sich um eine Lösung bemüht. Es soll demnächst ein Treffen mit Gemeindevertretern geben. Jeweils etwa 5 Betroffene aus Unterlübbe und Eickhorst werden hierzu eingeladen.
 

So könnte eine Lösung für Unterlübbe und Eickhorst aussehen:

Man muss das Rad nicht neu erfinden. Andere haben bereits sehr gute Lösungen gefunden und umgesetzt. Beispielsweise die Gemeinde Oerel. Im folgenden 5-Minuten Video vom 06.10.2014 bekommt man einen guten Überblick:

https://www.youtube.com/watch?v=-DCL36Gr87c

Nicht zuletzt aufgrund des vorbildlichen Engagements des Bürgermeisters von Oerel (Helmut Ringe) wurde dort nahezu der komplette Ort mit Glasfaseranschlüssen ausgebaut. Das heißt:
Als Privatkunde zahlt man für Telefon und Internetzugang (100 Mbit/s Up- und Download mit Flatrate) in den ersten 24 Monaten gerade mal 34,95 € pro Monat, danach auch nur 46,95 € monatlich (inkl. MwSt.).

Preisliste:
http://www.uo-net.de/fileadmin/media/downloads/Vertraege/uO_PK_Preisliste_914sc.pdf

Glasfaseranschlüsse haben den entscheidenden Vorteil, dass sich die Geschwindigkeit in der Zukunft problemlos an den jeweiligen Bedarf anpassen lässt. Rein technisch wären auch 1000 Mbit/s und mehr möglich.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie erwähnt seit mindestens 2010 Oerel als positives Beispiel:

http://www.breitband-saarland.de/index.php?id=79&no_cache=1&cid=102&did=87&sechash=179c12db

 
Warum geht das in Oerel – in Hille aber nicht?

Gute Frage, schauen wir mal:

Grundvoraussetzungen
Das teuerste beim Breitbandausbau sind die Grabungsarbeiten, also das Verlegen der Leitungen. Je größer die Bevölkerungsdichte, desto kürzer sind die nötigen Leitungen und desto günstiger wird der Ausbau. Logisch, oder?

Oerel hat ca. 1810 Einwohner auf 33,7 km², also gerade mal 53 Einwohner pro km².
Hille kommt auf rund 3x so viele: 153 Einwohner pro km².
Eickhorst: 1154 auf 3,45 km² => 334 Einwohner pro km².
Unterlübbe: 956 auf 5,2 km² => 183 Einwohner pro km².

Beide Orte zusammen: 2110 Einwohner auf gerade mal 8,65 km² => 243 Einwohner pro km².
Die Voraussetzungen hier scheinen also diesbezüglich erheblich besser zu sein, als z.B. in Oerel.

Finanzen
Hille hat kein Geld – das hört man immer wieder. Das ist in diesem speziellen Fall aber nicht unbedingt ein Problem:

„Wie wird das Netz finanziert? Deutsche Glasfaser baut das Netz als privatwirtschaftlicher Investor, wodurch keinerlei Gelder aus den Haushaltskassen Ihrer Stadt/Gemeinde benötigt werden. Um dieses Vorhaben stemmen zu können, ist lediglich die Beteiligung von mindestens 40 % der anschließbaren Haushalte notwendig.“

http://www.deutsche-glasfaser.de/faq/wie-wird-das-netz-finanziert/

Für den Endkunden ist der Anschluss an das Netz sogar KOSTENLOS, sofern man von Anfang an (also während der Nachfragebündelung) den Vertrag unterschreibt. Die monatlichen Kosten kann man der Preisliste entnehmen.

Auch die Fachzeitung CT vom Heise Verlag hat schon 2010 berichtet, dass ein flächendeckender Ausbau auch im ländlichen Bereich unter erschwerten Bedingungen möglich ist:

www.heise.de/ct/artikel/Alle-schnell-ans-Netz-1035211.html

Bürger & Unternehmen
Wie man weiter oben lesen kann, müssen mindestens 40 % der anschließbaren Haushalte mitmachen. Je nach Region kann das auch ein durchaus höherer Anteil sein. Im Gegenzug ist aber auch wieder bekannt, dass durch Eigenleistungen (z.B. bei Grabungsarbeiten) Kosten gesenkt werden können und dann häufig auch dort ein Ausbau möglich wird, wo es zunächst nicht durchführbar erscheint.

Selbst wer heute noch gar kein Internet nutzt ist gut beraten, den Anschluss zu buchen:

Der Wert einer Immobilie mit Glasfaseranschluss steigt.
Die Wohngegend insgesamt wird attraktiver.
Die Chancen auf Ansiedelung neuer Gewerbe steigen, das Risiko von Abwanderung sinkt.

Oder einfach gesagt:
Wenn die Einwohnerzahl zurückgeht, immer mehr Häuser leer stehen und die Gewerbesteuern rückläufig sind, dann wird die Gemeinde irgendwann die Steuern und Abgaben erhöhen müssen. Dann zahlen auch alle Haushalte und Unternehmen mehr – aber ohne jedwede Gegenleistung!

Hierfür gibt es bereits Argumentationshilfen:

Glasfaser – warum geht es uns alle an?
http://www.uo-net.de/fileadmin/media/images/fritz_140724/uO_Flyer_Argu_0714.pdf

 
FAZIT:

Ich gehe davon aus, dass Verwaltung und Politik in Hille bewusst ist, dass in weiten Teilen der Gemeinde nicht mehr als eine (zum Teil extrem teure) Mindestversorgung in Bezug auf das Internet gegeben ist. Zu klären wären folgende Fragen, zunächst für Unterlübbe und Eickhorst:

Unter welchen Voraussetzungen wäre ein Glasfaserausbau in Kooperation z.B. mit unserOrtsnetz möglich?

Unter welchen Voraussetzungen könnte doch noch ein Ausbau durch die Deutsche Telekom erfolgen?

Die nötigen Informationen sind nur für die Kommune zugänglich. Bei meinen Anfragen z.B. an die Telekom wurde immer wieder auf die Gemeinde verwiesen. Es wurde aber auch betont, dass sich fast immer Lösungen finden – wenn das Engagement der Gemeinde / Bürger / Unternehmen stimmt.

Man müsste also anschließend schauen, ob eine Realisierung mit Hilfe der Gemeinde UND der Bürger / Unternehmen (ggf. Eigenleistung, Kostenbeteiligung, etc.) möglich ist. Auch auf Kreisebene kann man ggf. durch Kooperationen Möglichkeiten schaffen.

Mir persönlich fällt es jedenfalls schwer zu glauben, dass es da keine Möglichkeiten geben soll.

Weitere Infos:
http://www.uo-net.de/
http://www.deutsche-glasfaser.de/
http://www.gemeinde-oerel.de/bildung-und-soziales/breitbandprojekt/