Bürgermeisterkandidat Björn Horstmeier hatte am 27.08.2015 zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Breitbandversorgung im ländlichen Raum – Schnelles Internet für Hille?!“ in das Dorfgemeinschaftshaus in Rothenuffeln eingeladen. Mehr als 50 (!!) Teilnehmer habe ich gezählt, darunter erfreulicher Weise auch einige Mitglieder aus unserem Gemeinderat. Mit derart vielen Besuchern hatte wohl niemand gerechnet, denn es mussten nachträglich noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden. Dadurch ist klar: Mangelnde Breitbandversorgung ist leider immer noch ein sehr wichtiges Thema hier in der Gemeinde Hille!

Björn Horstmeier stellte sich kurz vor und machte deutlich, dass eine schnelle Internetanbindung in Hille eine wichtige Voraussetzung für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde darstellt. Trotz der bisher von der Gemeinde durchgeführten Maßnahmen verfügen nur wenige Haushalte über einen zeitgemäßen Internetzugang. Im Schnitt stehen nur etwa 6 Mbit/s zur Verfügung. Als fachkundigen Referenten hatte er Herrn Reinhold Harnisch (Geschäftsführer des Kommunalen Rechenzentrums Minden-Ravensberg/Lippe in Lemgo) eingeladen.

Den sehr interessanten Vortrag würde ich wie folgt zusammenfassen:

  • Die benötigte Internetgeschwindigkeit (Bandbreite) verdoppelt sich etwa alle 2 Jahre.
     
  • Einzig und allein Glasfaseranschlüsse können den Bedarf langfristig decken.
     
  • Alles andere (DSL, VDSL, Vectoring, LTE…) ist bestenfalls teure Übergangstechnik von gestern.
     
  • Moderne Wirtschaft funktioniert ohne schnelles Internet nicht mehr.
     
  • Ohne schnelles Internet gehen Arbeitsplätze verloren oder entstehen woanders.
     
  • Ohne schnelles Internet schrumpft die Bevölkerung, denn ohne Arbeit keine Ansiedlung.
     
  • Ohne schnelles Internet gibt es einen drastischen Wertverfall bei Immobilien.
     
  • Ein Glasfaseranschluss hingegen steigert den Wert einer Immobilie um 5.000 € bis 10.000 €!
     
  • Eine Verbesserung der Internetgeschwindigkeit von 6 auf 30 Mbit führt zu 5% Wirtschaftswachstum!
     
  • Wer sich auf Bundes- oder Landesregierung verlässt, der ist verlassen. Es gibt hier nach wie vor kein tragfähiges Ausbaukonzept!
     
  • Es könnten 1,5 Kernkraftwerke abgeschaltet werden, wenn bundesweit auf Glasfasernetze umgestellt würde. Die alten Kupferkabelnetze sind Energiefresser!
     
  • Der Aufbau eines eigenen Glasfasernetzes durch die Kommune ist möglich und führt langfristig zu zusätzlichen Einnahmen für die Gemeinde.
     
  • Teure Grabungsarbeiten sind nicht zwingend erforderlich. Glasfaserkabel können direkt unter Gehwegplatten, in Ausfräsungen im Asphalt oder auch durch die Abwasserkanäle verlegt werden.
     
  • Die Anschlusskosten pro Haushalt liegen bei nur etwa 500 bis 600 €.
     
  • Ein richtig schneller Internetanschluss ist für ca. 35 € pro Monat zu haben.
     
  • Es gibt verschiedene Ansätze, wie man ein solches Netz aufbauen und finanzieren kann.
     
  • Man muss es nur machen…

Im Grunde hat der Vortrag nur das bestätigt, was wir seit 5 Jahren (!!) predigen und auch der Gemeinde vorgeschlagen haben: Selbst eine Lösung schaffen, damit die Perspektive der Gemeinde besser wird und langfristig eine zusätzliche Einnahmequelle entsteht.

Fazit:
Ich denke, auch den anwesenden Ratsmitgliedern ist durch diese Veranstaltung ein Licht aufgegangen. Es kamen sogar einige sehr interessante Vorschläge, wie man das in Hille umsetzen könnte. Das Thema steht im Rat jetzt auf der Agenda, da bin ich mir sicher! Eigentlich hätte eine Veranstaltung dieser Art schon vor Jahren durch den amtierenden Bürgermeister organisiert werden müssen: Es ist ein Armutszeugnis für den Amtsinhaber, dass hier der Gegenkandidat ganz offensichtlich nach nur wenigen Wochen in Hille stärkere Impulse in die richtige Richtung setzen kann, als der Bürgermeister in 6 Jahren Amtszeit!

Homepage von Björn Horstmeier: www.http://bjoern-packts-an.de/

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