Oft wird kritisiert, dass Eifel-Net keine ISDN Anschlüsse anbietet. Ich kann das allerdings nachvollziehen, denn ISDN ist eine sterbende Technik und soweit ich weiß gibt es auch ganz einfach keine ISDN Technik, die man in den Straßenverteilern von Eifel-Net einbauen könnte.

Sinnvoller ist ohnehin der Einsatz von Voice-Over-IP. Für unsere Firma in Herford nutzen wir z.B. schon seit einigen Jahren die Angebote von Sipgate.de. Als Privatkunde bekommt man dort z.B. für 3,90 Euro pro Monat u.a. drei „Leitungen“, einen Online-Anrufbeantworter und kann Faxe senden und empfangen. Faxe und Anrufbeantworter-Sprüche bekommt man per Mail zugeschickt, hat also auch von Unterwegs Zugriff darauf. Eine EU-Festnetz-Flat (für Anrufe ins deutsche Festnetz und 27 EU-Länder) kostet gerade mal 6,90 Euro im Monat. Für zusammen 10,80 Euro / Monat bekommt man also einen im Vergleich zu ISDN deutlich leistungsfähigen Telefonanschluss.

Allerdings braucht man entweder neue Telefone, die diese Technik unterstützen oder eine Telefonanlage (z.B. eine passende FritzBox), die die alten DECT Telefone an die neue Technik anbinden kann. In Herford haben wir uns für neue Telefone entschieden. Der Vorteil: Ich kann das Telefon überall an irgendeinen Internetanschluss an klemmen (auch hier in Hille oder im Urlaub) und ich bin trotzdem unter der Herforder Festnetzrufnummer erreichbar.

Das ist eine tolle Sache, allerdings benötigt ein einstündiges Telefonat ca. 70 bis 80 Mbyte an Datenvolumen und während des Gespräches wird im Schnitt eine Bandbreite von 100 kBit/s in Anspruch genommen. Man kann das also nur sinnvoll nutzen, wenn man genügend Datenvolumen im Tarif hat, die Verbindung absolut stabil ist (fällt das Internet aus ist man auch telefonisch nicht mehr erreichbar) und man vor allem ausreichend Bandbreite im Upstream hat. Zwei gleichzeitige Gespräche würden 200 kBit/s im Upstream benötigen, bei drei Gesprächen wären es 300 kBit/s, wenn ich das richtig verstanden habe.

Womit wir wieder zurück bei Eifel-Net wären:

CuDSL 4000 bietet bis 256 kBit/s im Upstream und CuDSL 8000 immerhin schon bis 384 kBit/s. Meiner Meinung nach ist das allerdings für eine sinnvolle Nutzung von Voice-Over-IP zu knapp bemessen. Spätestens, wenn man gleichzeitig ins Internet will, dürfte man Probleme bekommen.

CuDSL 16000 bietet bis 1024 kBit/s im Upstream. Das wäre derzeit meine Empfehlung, wird aber momentan soweit ich weiß noch gar nicht für Privatkunden angeboten.

CuDSL Complete 16000 s mit ebenfalls bis 1024 kBit/s im Upstream kann man zwar buchen, aber da bekommt man nur 15 GB High-Speed-Datenvolumen, was mir persönlich viel  zu wenig wäre. Manch anderer kommt damit vielleicht zurecht. Dafür ist ein analoger Telefonanschluss inklusive Festnetzfalt enthalten – den man aber nicht braucht, wenn man Sipgate nutzen möchte.

Wenn ich eine mit meinem derzeitigen Telekom Anschluss annähernd vergleichbare Leistung haben wollte, müsste ich also zumindest den Tarif CuDSL 8000 für 48,90 Euro pro Monat buchen und zusätzlich 10,80 Euro für Sipgate bezahlen. Das wären also 59,70 Euro pro Monat im Vergleich zu 48,50 Euro, die ich derzeit an Kosten habe. Wäre CuDSL 16000 verfügbar, dann stünden den derzeitigen 48,50 Euro immerhin 65,70 Euro gegenüber:

Telekom LTE
ISDN Anschluss mit 2 Leitungen und Flat ins deutsche Festnetz.

Sipgate
Voice-Over-IP Anschluss mit 3 „Leitungen“  und Flat für Anrufe ins deutsche Festnetz und 27 EU-Länder.

Telekom LTE (Erfahrungswerte)
8 bis ca. 30 MBit/s im Downstream, ca. 0,5 bis ca. 8 MBit/s im Upstream bei 30 GB High-Speed-Datenvolumen. Drosselung auf 384 kBit/s nach Aufbrauchen des High-Speed-Datenvolumens.

Eifel-Net CuDSL
8000: bis 8 Mbit/s im Downstram, bis 0,3 MBit/s im Upstrem bei 150 GB High-Speed-Datenvolumen.
16000: bis 16 Mbit/s im Downstram, bis 1 MBit/s im Upstrem bei 150 GB High-Speed-Datenvolumen.
Drosselung nach Aufbrauchen des High-Speed-Datenvolumens.

Das Eifel-Net in diesen Tarifen nach 150 GB drosselt, finde ich persönlich völlig in Ordnung. Das dürfte nur wenige Nutzer betreffen. Ich weiß aber nicht ob die Möglichkeit besteht, gegen einen Aufpreis zusätzliches  High-Speed-Datenvolumen bei Bedarf zu kaufen. Das wäre für mich in jedem Fall wünschenswert.

Fazit

Mein LTE-Vertrag läuft noch ca. 20 Monate. Da das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung ist, sehe ich derzeit keinen Grund, zusätzlich für einen zweiten DSL-Anschluss bei Eifel-Net zu bezahlen. Wenn der LTE Vertrag ausläuft werde ich mir die Angebote von Eifel-Net noch einmal genauer anschauen. Sollte es dann einen Tarif mit 50 MBit/s im Downstream und ca. 10 MBit/s im Upstream mit mindestens 200 GB High-Speed-Datenvolumen  und der Option nachzukaufen zu vertretbaren Konditionen geben – und das können durchaus einige Euros mehr sein, als ich jetzt zahle – dann werde ich einen Wechsel gerne in Erwägung ziehen.

 

Stand 04/2013